Das Urteil ist hart und dürfte dem internationalen Ansehen Äthiopiens weiter schaden: Ein Gericht in Addis Abeba hat die beiden schwedischen Journalisten Martin Schibbye und Johan Persson zu elf Jahren Haft verurteilt.
freejohanandmartin.org
Internationale Organisationen reagieren entsetzt. Beobachter sehen die Pressefreiheit und damit ein grundlegendes Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung in Gefahr. Eine Kampagne fordert die Europäische Union auf, sich stärker für Meinungsfreiheit in Äthiopien und für eine Freilassung der beiden Reporter einzusetzen.
Die äthiopische Blogosphäre gilt mit etwa 20 Blogs als die Kleinste in Afrika. Das dies in einem Land, in dem freie Meinungsäußerung nicht selbverständlich ist, auch gefährlich werden kann, berichten die drei bekanntesten Blogger Äthiopiens in einem einstündigen podcast auf Netzpolitik.org.
Der Südsudan und Äthiopien planen aufwendige Staudamm-Projekte am Nil, Addis Abeba investiert gar in den größten Damm Afrikas. Die Energieversorgung für die rasant wachsende Bevölkerung und die Bewässerung der Landwirtschaft stellen große Herausforderungen für die Länder der Region dar. Bislang beharrte Ägypten auf kolonialen Verträgen, die dem letzten Anrainerstaat umfassende Sonderrechte einräumen. Doch mit dem Sturz Mubaraks könnte in der brisanten Diskussion um Ablaufmengen und Staustufen eine neue Ära der Diplomatie am Nil angebrochen sein.
Ein Viertel der somalischen Bevölkerung haust in überfüllten Flüchtlingscamps in Nachbarstaaten oder irrt auf der Suche nach Wasser und Nahrung durch das kriegsgerüttelte Land. Die Vereinten Nationen warnen vor einer „humanitären Katastrophe“, Hilfswerke sprechen von massenhaftem Elend, selbst die Milizen der islamistischen al Shabaab lassen angesichts der prekären Lage westliche Hilfsgüterkonvois verkehren. Doch vor allem deutsche Medien ignorieren die Hilferufe vom Horn beharrlich.
Innerhalb einer Woche wurden in Addis Abeba zwei Journalisten festgenommen. Jetzt hat die Regierung sie offiziell der Mitwirkung in einer terroriristischen Vereinigung bezichtigt. Damit wird das neue umstrittene Anti-Terror-Gesetz erstmals gegen Journalisten angewendet.Weiterlesen »
Um Investoren anzulocken, die die heimische Wirtschaft in Schwung bringen sollen, bietet die äthiopische Regierung riesige Flächen zur landwirtschaftlichen Nutzung an. Die Pacht für dieses Land ist so niedrig, dass mittlerweile schon Investoren aus 36 Ländern sich dort Ackerland gesichert haben, um dort Kulturpflanzen für den Export anzubauen, berichtete die britische Tageszeitung The Guardian.
In einem Videobeitrag zeigt John Vidal, Umweltredakteur des Guardian, welche Auswirkungen diese Entwicklung auf die lokale Bevölkerung eines Landes hat, in dem noch immer viele Menschen an Hunger leiden.
Die Hauptstadt Äthiopiens war vergangene Woche die glänzende Bühne für große und kleine Sterne der internationalen Politik bei der jährlichen Konferenz der Afrikanischen Union. Außerhalb des Rampenlichts kämpfen die Äthiopier jedoch mit Preisanstieg und Inflation. Die Regierung gibt den Händlern die Alleinschuld und bezichtigt sie der Gier und illegalen Preisabsprache. Dabei gibt es Anzeichen, dass die Wirtschaftspolitik zwar der Regierungspartei nutzt, nicht aber den Bewohnern des Landes. Unser Korrespondent berichtet.
Premierminister Meles Zenawi erklärte am 6. Januar vor einer Versammlung von 584 führenden Geschäftsleuten des Landes die Einführung von Höchstpreisen auf Güter und Lebensmittel des täglichen Bedarfs, wie die unabhängige äthiopische Wochenzeitung The Reporter berichtet.
Im Vorfeld des Referendums im Sudan, das am Sonntag stattfindet und in dem der Süden des Landes über seine Unabhängigkeit abstimmt, nimmt das Thema großen Raum in der Presse ein. Weiterlesen »
Laut einem Bericht von Africa News wird Ghana von der Economist Intelligence Unit mit voraussichtlich 14 Prozent das zweitschnellste Wirtschaftswachstum weltweit prognostiziert. An Platz Eins befindet sich der am Dienstag veröffentlichten Studie zu Folge Katar mit 15,8 Prozent. Neben Ghana finden sich mit Eritrea (10 %) und Äthiopien (9 %) zwei weitere Afrikanische Staaten unter den Top Fünf der Rangliste. Schlusslicht ist Puerto Rico, jedoch dicht gefolgt von den EU-Mitgliedsstaaten Irland, Spanien, Portugal und Italien, deren Wirtschaftsleistung weit unter dem für dieses Jahr prognostizierten Weltdurchschnitt von 3,5 Prozent liegt. Demnach befinden sich zwölf der 20 Volkswirtschaften mit den ngeativsten Wachstumsaussichten für 2011 in Westeuropa.
Vor der Küste des Jemen sind gestern zwei Boote mit Flüchtlingen zumeist äthiopischer Herkunft verunglückt. Ein Boot mit 46 Passagieren an Bord kenterte im Roten Meer, wie das Innenministerium in Sanaa am Montag mitteilte. Die Leichen von zwei Menschen und drei Überlebende wurden an der Küste gefunden. Alle übrigen Passagiere werden vermisst. Die BBC berichtet von einem weiteren Boot, das mit 35 bis 40 Äthiopiern an Bord verunglückte, den Angaben zufolge im Golf von Aden. Auch von diesen Insassen fehlte jede Spur. Die jemenitische Küstenwache sucht weiter nach Überlebenden.
Immer wieder ertrinken afrikanische Flüchtlinge bei dem Versuch per Boot in den Jemen zu flüchten. Hier ein kleiner Bericht über die Beweggründe und das Bewusstsein über die Gefahren: BBC
Äthiopien hat einen Fünfjahresplan veröffentlicht, mit dem das Wachstumsziel von 15% in diesem Zeitraum finanziert werden soll. Das kenianische Nachrichtenportal Africa Review berichtet in seinem Artikel “Ethiopia rolls out big national saving plan” von den Zielen der äthiopischen Regierung mit Hilfe von Sparplänen gegen die Armut im Land zu kämpfen. Die Opposition ist den Plänen der Regierung gegenüber jedoch skeptisch, heißt in dem Artikel weiterhin.
Das ARD Wissenschaftsmagazin W wie Wissen berichtete in seiner Sendung vom 24.10.2010 von dem “Kampf um Lebensmittel”. Die Sendung erklärt, warum Menschen in Ghana krank werden, weil Deutsche fast nur noch Hühnerbrust essen und wie die europäische Agrarpolitik das Leben sambischer Milchbauern beeinflusst. Der Bericht zeigt auch auf, wie mittels Landgrabbing als “Moderner Kolonialismus” durch ausländische Investoren nicht die Nahrungssicherheit vor Ort in Afrika gesichert werden soll, sondern der Export von Reis, Getreide oder Mais nach Afrika. Die Videos zum gestrigen Beitrag, sowie die textliche Wiedergabe der Sendung gibt es hier.
In den seit mehr als 20 Jahren dauernden Konflikt um die Region Ogaden, auch Somali genannt, ist wieder Bewegung gekommen. Die äthiopische Regierung unterzeichnete nun mit einer Fraktion der Nationalen Befreiungsfront der Ogaden (ONLF) einen Friedensvertrag. Jedoch ist bisher noch nicht klar welche Wirkung der Vertrag haben wird, da offenbar nicht alle Fraktionen in der ONLF mit dem Vertrag einverstanden sind. ( zu den Berichten vom Deutschlandfunk und von reuters )